Smartwatch Reloaded: Pebble 2.0-Apps im ersten Test

Die Pebble Smartwatch war ein enormer Erfolg bei Kickstarter, der Größte bis dahin – und nach einigen Anlaufschwierigkeiten sind inzwischen einige hunderttausend Pebble-Uhren ausgeliefert worden. Mit dem gravierenden Nachteil, dass die Uhren sozusagen auf Sparflamme liefen. Viele der versprochenen Funktionen waren nicht aktiviert bzw. programmiert worden. Mit der neuen Software, jetzt in Version 2.0, soll sich das endlich ändern. Wir konnten die ersten Apps bereits testen.

Die Reise geht dabei in Richtung mehr Unabhängigkeit vom Smartphone. Klar, ein eigenständiges Telefon kann die Pebble nicht werden, aber endlich kann die Uhr Daten speichern, Bewegungen selbst aufzeichnen und Apps kontrollieren. 

Im Gegensatz zur ersten Software-Version ist das bereits ein großer Fortschritt. Dort konnte nur mit Hilfe von zusätzlichen Apps, besonders unter iOS, die Pebble dazu bewegt werden, sinnvolle Informationen wie Wetter, Kalendereinträge, verpasste Anrufe oder ähnliches anzuzeigen. Von Bewegungsaufzeichnungen oder Speichern anderer Daten ganz zu schweigen.

Ganz ehrlich: von der ersten Version der Pebble war ich eher enttäuscht. Es schien wie ein Rückfall in die Bastelzeiten, die ich seit Jahren hinter mir geglaubt dachte. Die Apps musste ich mir mühsam zusammensuchen, selbst die verschiedenen Uhrenblätter, die bei Pebble möglich sind, sind sprichwörtlich über das gesamte Internet verteilt. Viele der versprochenen Funktionen fehlten zudem, kurz gesagt: Ich hatte mir mehr erhofft als eine Uhr, die fast ausschließlich darauf beschränkt war, unterschiedliche Uhrenblätter anzeigen zu können.
Es zeigt sich: das Warten scheint sich gelohnt zu haben.

Der Quantensprung in der neuen Software liegt daher vor allem in der neuen Unabhängigkeit vom iPhone, zumindest temporär. Beim Joggen ohne Handy in der Tasche werden so die Bewegungsdaten trotzdem erfasst, die Einkaufsliste könnte auf der Pebble gespeichert und abgerufen werden. Und vor allem: die offizielle Pebble-Watch mutiert zu dem, was Sie – in meinen Augen – sein soll: die Zentrale zur Steuerung aller Pebble-Apps und Funktionen. Vorher musste ich mehrere Apps bedienen und teilweise sogar ständig im Hintergrund laufen lassen, um der Pebble auch nur Kleinigkeiten entlocken zu können. Das ist jetzt alles über die Pebble-App möglich.

Für das neue SDK gibt es zwar erst relativ wenige Apps, das Potential wird dennoch schon sichtbar: Einen Fitness-Tracker gibt es schon, eine “Info-App“, die RSS Feeds, Notizen oder (Google-)Kalendereinträge anzeigt, oder ein recht einfaches Uhrenblatt, was aber immerhin den Ladestatus anzeigt und ob Pebble noch mit dem iPhone verbunden ist. Die Apps sind noch im Beta-Status, was Ihnen anzumerken ist, aber ich freue mich darauf, dass die “Reloaded-Pebble” freigegeben wird. Was jetzt noch fehlt ist ein Pebble App Store, und eben daran arbeitet Pebble, wie man hört, bereits.

Fazit: Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine Smartwatch zu kaufen, kann getrost zu Pebble greifen – auch wenn es aktuell weiterhin ein paar Probleme gibt, die Pebble nach Deutschland zu bekommen - besser als das, was die Konkurrenz wie Samsung und Sony anbietet, ist die Pebble allemal. Zumindest bis Apple dann doch die ominöse iWatch anbietet.

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