Kommt das krumme iPhablet?

Die Gerüchteküche kocht. Jetzt schon. Die neuen iPhones sind gerade mal zwei Monate alt, da gibt es schon die ersten Gerüchte über das kommende iPhone. Gekrümmt soll es sein und größer.

Selbst wenn es jetzt schon einen Prototypen eines neuen iPhones geben sollte – was beileibe nicht auszuschließen ist – kann man getrost davon ausgehen, dass dieser bis zur Veröffentlichung, voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres, noch einigen Änderungen unterliegt, aber davon sehen wir jetzt mal großzügig ab.
Machen wir doch einfach mal den Faktencheck. 

Thema: Größe. Ein sogenanntes “Phablet” soll es also werden, das neue iPhone. Der Begriff leitet sich aus der Kombination von “Phone” und “Tablet” ab und angeblich ist diese Produktkategorie gerade sehr beliebt, was die Gerüchteküche dazu verleitet, wieder einmal ”Apple ist dem Untergang geweiht!” zu schreien, weil das iPhone “nur” eine Bildschirmdiagonale von lächerlichen 4 Zoll besitzt. Was die Beliebtheit angeht: Bei Spiegel Online findet sich in einem Nebensatz versteckt, der Hinweis, dass Samsung vom Galaxy Note, ein Vorreiter in Sachen Phablets, im ersten Monat 5 Millionen Geräte verkauft hat. Gut, dass ist eine Hausnummer. Andererseits verkauft Apple knapp 40 Millionen iPhone pro Quartal, die neuen iPhones gingen am ersten Wochenende 9 Millionen mal über die Ladentheke. Eine weitere Zahl: in diesem Jahr hat Samsung bis jetzt 100 Millionen Geräte aus den Baureihen Galaxy S und Note verkauft. Eine genauere Aufschlüsselung gibt es nicht, aber guckt man sich diese Modellreihe genauer an, gibt es die eine oder andere Überraschung: die aktuelle S4-Familie besteht aus 4 Geräten (eines davon eine Kamera), die alle zwar recht große Bildschirme haben, aber wohl mit 5 Zoll noch nicht zu den Phablets zählen. Somit ist das Note das einzige “Phablet” in der oben genannten Statistik. Selbst bei einer (unwahrscheinlichen) gleichmäßigen Verteilung der Verkäufe kommt man so auf maximal 20 Millionen Phablets, die Samsung verkauft. Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum hat Apple 150 Millionen iPhones verkauft.

Dann sollte man noch bedenken: Apple hat beim iPhone seit jeher eine Politik weniger Modelle gefahren, erst in diesem Jahr hat Cupertino überhaupt mal mehr als ein Modell vorgestellt, gleichzeitig jedoch das Vorjahresmodell komplett aus dem Programm genommen.

Warum also sollte Apple einen Bestseller wie das iPhone gegen ein Produkt austauschen, das fast noch ein Nischenprodukt ist? Von weiteren Problemen wie einer zunehmenden Fragmentierung von iOS bei einer weiteren Displaygröße will ich gar nicht anfangen.
Anders gesagt: ich glaube nicht an ein “iPhablet”.

Und was ist mit der Krümmung? Dieses Gerücht beweist mal wieder, dass sogenannte Analysten gerne einem Trend hinterher rennen. In diesem Fall ist es der “Trend”, dass Smartphones in Zukunft einen gebogenen Bildschirm haben werden und müssen. Belege für diesen Trend: Samsung und LG haben jeweils ein Handy mit gekrümmtem Bildschirm vorgestellt, wobei die beiden Firmen sich noch nicht einmal einig sind, ob es denn nun sinnvoller ist den Bildschirm horizontal oder vertikal zu krümmen.
Ganz ehrlich, warum haben LG und Samsung diese “krummen Dinger” hergestellt. Nicht, weil die Marktforschung festgestellt hat, dass die Konsumenten nach diesen Geräten dürstet, nein, der Grund ist profaner: Weil sie es können! Das war für Apple allerdings noch nie ein Grund, ein Produkt zu veröffentlichen – daher halte ich ein gekrümmtes Display im nächsten iPhone für unwahrscheinlich.

Wohlgemerkt, unwahrscheinlich, nicht unmöglich – denn wenn jemand einem krummen Bildschirm einen Sinn einhauchen kann, ist es Apple.

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