Kurztest: Horizon von Unitymedia

Der Traum ist noch nicht ausgeträumt – ein Mediacenter, das möglichst viele Geräte, im Idealfall alle, ersetzt, einfach zu bedienen ist und alle Bildschirme, egal ob Fernseher, iPad oder iPhone bedienen kann. Technisch sollte das heutzutage keine große Sache mehr sein: ein paar TV-Tuner, Netzwerk und Unterstützung der gängigsten Protokolle, wie DLNA.
Auftritt: der Horizon von Unitymedia. Die technischen Spezifikationen passen: 6 (!) Tuner, ein leistungsfähiger Chip, DLNA – alles, was das Herz begehrt. Aber kann er die Versprechen halten?

Zunächst zum Fernsehen: Das beherrscht der Horizon perfekt. Der Kanalwechsel erfolgt mit einer Geschwindigkeit, die seinesgleichen sucht. Nicht verwunderlich, die vielen Tuner schalten quasi schon um, bevor die entsprechende Taste an der Fernbedienung gedrückt wird. Und auch HD beherrscht der Horizon perfekt (mal abgesehen von der Tatsache, dass Unitymedia noch technische Probleme hatte, die privaten HD Sender, trotz bestehenden Abonnements, freizuschalten). Dank der 500 GB Festplatte ist auch genug Platz für alle Aufnahmen, auch wenn nach meinem Geschmackbei der Bedieung einige Schritte eingespart werden könnten.

Die Pflicht hat er also bestanden, der Horizon, es folgt: die Kür.
Meine diversen, im Netzwerk vorhanden Medienzuspieler erkennt der Horizon ebenfalls ohne großes Murren. Aber genau da fangen die Probleme an: sich durch einzelne Lieder, Fotos oder Videos zu hangeln, verlangt einiges an Geduld, zu langsam bewegt sich der Horizon durch die Listen. Das kann selbst mein in die Jahre gekommener Blu-Ray Player besser.
Das ist schon ein großer Minuspunkt, den der Horizon aber dadurch wettmachen will, dass er seine Aufnahmen ebenfalls im Netzwerk bekannt macht. Das wiederum wäre ein Kracher – eine Sendung aufnehmen und auf dem iPad gucken, das können nur wenige Konkurrenten. Aber mehr als bekannt machen kann der Horizon leider nicht – auf diversen Endgeräten gelang es nicht, die Aufnahmen abzuspielen. Dumm das.
Und im Endeffekt der ausschlaggebende Punkt, doch wieder auf den einfachen HD-Recorder umzuschwenken. Nur für schnelleres Zappen und ein wenig mehr Aufnahmekapazität lohnt sich der Horizon dann doch nicht.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Horizon theoretisch den (WLAN)-Router und das Kabelmodem überflüssig machen kann, das habe ich aber nicht getestet.

Fazit:
Die Software des Horizon ist insgesamt unausgereift und verbesserungswürdig.
Diejenigen, die alle technischen Finessen des Horizon zu schätzen wissen, haben vermutlich schon einen gut funktionierenden Gerätepark, der alles das kann, was der Horizon verspricht. Und selbst wenn es schön wäre, diese Gerätepark zu reduzieren, der Horizon kann es einfach noch nicht.
Alle anderen erhalten mit dem Horizon einen sehr guten TV-Receiver, werden aber den Großteil der zusätzlichen Funktionalitäten nicht nutzen. Daher gibt es für den Horizon keine Kaufempfehlung.

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