Die Medien haben gelernt. Zum Glück.

Manchmal ist es doch schön, nicht recht zu haben. Eigentlich hatte ich die übliche Medienschelte erwartet, nachdem Apple “nur” die schon vermuteten Updates von iPad und iPad Mini vorgestellt hat.
Aber auch die Medien sind vorsichtiger in Ihren Bewertungen geworden, gerade bei Apple – hat sich doch in der Vergangenheit immer mal wieder gezeigt, dass es den Konsumenten herzlich egal ist, ob die Pixeldichte des iPads wenige Punkte hinter der des Google Nexus liegt oder ob das Samsung Galaxy Tab mehr RAM hat.

Worauf es ankommt – und auch das zeigen die Berichte über den iPad Event – hat Apple schon verstanden: dem Nutzer ein Erlebnis zu bieten. Dank der Verzahnung der verschiedenen Hardware, Software und Services gelingt Apple das immer besser.

Die eigentlich Überraschung gestern war denn auch die Software bzw. der Preis derselben: das Meiste gibt es bei Apple inzwischen kostenlos. Ob Betriebssystem, Office-Suite oder Medienverwaltung und -bearbeitung: Alles drin, heißt es zukünftig bei Apple.

Allerdings will ich keinen weiteren Kommentar zu den Neuheiten verfassen. Interessanter ist da schon ein Blick auf die Zukunft, sowohl der Berichterstattung als auch der Präsentation der Produktneuheiten.

Wir sind inzwischen an einem Punkt im Produktlebenszyklus von Smartphones und Tablets angekommen, bei dem die Prozessorgeschwindigkeit, Arbeitsspeicher und selbst der weitere Speicher kein Alleinstellungsmerkmal mehr sind. Wichtig sind eher zusätzliche Funktionen (wie TouchID beim iPhone 5S) und Services. Bei Tablets darf man höchstens noch gespannt sein, ob und wann diese die Notebooks völlig ersetzen.

Apple, Google und Amazon haben das verstanden und setzen daher voll auf ihre jeweiligen “Welten” – Amazon kommt aus der Ecke der Inhalte, Google aus der Servicewelt und Apple stellt weiterhin die Hardware in den Vordergrund.
Interessant wird aus meiner Sicht die künftige Rolle von Samsung: zwar verkauft Samsung weiterhin mit Abstand die meisten Geräte, aber Services gibt es dort so gut wie gar nicht – und die zusätzlichen Funktionen ernten oft eher Stirnrunzeln, richtig sinnvoll sind diese nicht. Als Beispiel sei neue Smartwatch genannt, die vorsichtig gesagt, verhaltene Reaktionen erntete, sowohl bei den Medien als auch bei den Konsumenten.

Wieder fühlt man sich in die 90er Jahre versetzt – damals gab es große Kämpfe im PC Sektor. Beteiligte damals waren Firmen wie Compaq, HP, Dell – alles Namen, die heute keine allzugroße Rolle mehr spielen. Oder die Browser-Kriege, hier herrscht ebenfalls weitgehend Waffenstillstand.
In einigen Jahren, da bin ich mir sicher, werden wir mit dem gleichen Blick auf die heutigen “Smartphone”- oder “Tablet”-Wars zurückblicken. Interessant wird sicherlich, was dann das große Thema sein wird.

Man darf aber davon ausgehen, dass eine der drei oben genannten Technologieriesen weiterhin eine große Rolle dabei spielen wird. Nur welche, das bleibt die offene Frage.
Hat eigentlich jemand in letzter Zeit mal etwas von Facebook gehört?

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