Die Konsequenzen von iOS 8 und dem neuen iPhone 6

Seit gut einem Monat gibt es die ersten Vorabversionen von iOS 8. Wohl keine Apple-affine Medienseite versäumt es, dem interessierten Leser die Neuerungen, Änderungen und (verstecken) Funktionen des neuen Betriebssystems näher zu bringen. Warum auch nicht.

Eine Einordnung, dessen, was iOS 8 wirklich bringt, fehlt allerdings – geLilimagx wird sich  dieser Lücke annehmen und in den kommenden Wochen vor der offiziellen Veröffentlichung die Auswirkungen der neuen Funktionen in Apples mobilem Betriebssystem beleuchten. Angefangen mit der Funktion, die das Zeug dazu hat, die Computerbranche mal wieder umzukrempeln. 

Die Rede ist von der TouchID API. Diese neue Schnittstelle wurde auf der WWDC eher nebenbei vorgestellt. Die Auswirkungen sind dagegen weit reichend. Kurz und prägnant gilt in Zukunft für alle iOS-basierten Geräte: Bye, bye Passwörter.

Was ist TouchID überhaupt? Im iPhone 5S hat Apple einen Fingerabdrucksensor verbaut, der zum Entsperren des iPhone sowie für Einkäufe im iTunes Store genutzt werden konnte. Sprich: für diese beiden Szenarien war das Passwort schon seit letzten Herbst überflüssig. Mit iOS 8 geht Apple jetzt den logischen nächsten Schritt und ermöglicht allen Entwicklern, den Fingerabdruck als Passwort-Ersatz (oder Ergänzung) in Ihre Apps einzubauen.

Das bedeutet mehr Sicherheit auf zwei Ebenen: Passwörter können jedes Mal beim Öffnen der App bzw. Einloggen abgefragt werden (repräsentiert durch den Fingerabdruck) und es können deutlich kompliziertere Passwörter gewählt werden (merken muss man sie sich ja nicht mehr).

Wer jetzt einwendet, dass TouchID schon kurz nach der Veröffentlichung “geknackt” wurde. Ja, stimmt. Aber so sehr ich mich auch in ähnlichen Sphären wie James Bond wähne: die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine Kopie meines Fingerabdruckes klaut, diesen in einem komplizierten Verfahren auf ein Stück Gummi überträgt und damit mein iPhone entsperrt halte ich doch für relativ gering.

Zurück zur TouchID API: wie eine solche Integration aussehen könnte, zeigt der Passwordmanager 1Password in einer ersten Beta: Passwörter in Webseiten werden automatisch ausgefüllt und die App selbst wird durch den Fingerabdruck entsperrt. Was aber bedeutet diese Integration für den Nutzer, wo ist der Vorteil?

Ganz einfach: Mit der Zeit werden die meisten Apps, die heute noch ein Passwort verlangen, TouchID integrieren. Zumal davon auszugehen ist, dass Apple die neuen iPhones und iPads ziemlich sicher mit einem TouchID Sensor ausstatten wird. Anders gesagt: iOS Nutzern wird die Eingabe eines Passwortes bald so antiquiert vorkommen wie das mühsame Tippen einer SMS über das Nummernfeld eines Tastentelefons.

Dazu passt ein weiterer Schritt von Apple: die tieferen Integration von iOS und OS X. Wenn die Nutzer erstmal die Bequemlichkeit einer passwortlosen Welt kennengelernt haben, werden sie dies auch von Ihren Computern erwarten. Nur verfügen diese nicht über einen TouchID Sensor. Natürlich kann (und wird) Apple diesen in die neuen Macs ab 2015 oder 2016 einbauen. Aber nicht jeder wird sich einen neuen Mac kaufen wollen. Warum also nicht das iOS Gerät als Fingerabdrucksensor für den Computer verwenden?

So oder so ähnlich wird es kommen. Kritiker werden monieren, dass es schon seit spätestens 2011 Android-Telefone mit Fingerabdrucksensor gibt und IBM bzw. Lenovo ihre Thinkpad-Laptops seit Jahren damit ausstattet. Aber: Mit der TouchID API wird Apple wieder einmal der Anbieter sein, der diese Technologie wahrlich massentauglich gemacht hat.

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